One Million Frames per Second untersucht den Einsatz KI-gestützter Überwachungstechnologien im Kontext der Klimakrise. Ausgangspunkt ist das Kameranetzwerk ALERTCalifornia mit über 1.000 automatisierten 360°-Kameras, die Landschaften kontinuierlich erfassen, Rauch erkennen und Waldbrände prognostizieren. Dabei entstehen unzählige Bilder, die nicht für menschliche Wahrnehmung bestimmt sind, sondern ausschließlich maschinell verarbeitet werden.
Das Projekt fragt, welche Vorstellungen von Kontrolle, Sicherheit und technologischem Fortschritt sich in diesen Bildsystemen einschreiben. Während automatisierte Überwachung als Antwort auf ökologische Krisen erscheint, verweist sie zugleich auf eine Logik permanenter Beschleunigung und Vorhersagbarkeit, die eng mit techno-optimistischen Narrativen des Silicon Valley verbunden ist.
Geplant ist eine immersive Rauminstallation aus einer 4-Kanal-Videoprojektion auf einer 360°-Leinwand sowie skulpturalen Arbeiten. Die Videoinstallation kombiniert Aufnahmen des Kameranetzwerks mit einer Soundcollage aus Texten und Manifesten, die den Bogen von kybernetischen Zukunftsutopien bis zu gegenwärtigen Beschleunigungsideologien schlagen. Die skulpturalen Arbeiten übersetzen einzelne Bildsequenzen in Reliefs und verbinden diese – sofern möglich – mit Asche und verbrannter Erde von den Standorten der Kameras.
Indem die automatisiert erzeugten Bilder ihrer operativen Funktion entzogen werden, macht das Projekt eine Bildproduktion sichtbar, die normalerweise unsichtbar bleibt. Im Zentrum steht die Frage, was sich trotz permanenter technischer Beobachtung nicht erfassen lässt – und welche Formen von Verlust, Zerstörung und Fürsorge jenseits algorithmischer Sichtbarkeit bestehen

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